Krank

Bronchitis+Mittelohrentzündung=–Schlaf.

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Gestern abend schrieb ich in mein Tagebuch: „Der Kleine ist krank. Deutschland auch. Der eine hat Fieber, das andere wählt AfD. Beide werden gesund.“

Das stimmt auch. Da bin ich mir ganz sicher. Aber bei meinem Sohn ist es doch eine hartnäckige Bronchitis mit einhergehender Mittelohrentzündung. Das Wortspiel mit der Mitteldeutschlandentzündung sollte ich mir eigentlich sparen. – Jedenfalls ist Beides relativ langwierig, für alle Beteiligten anstrengend und man braucht viel Geduld. Aber am Ende, nach einigen schlaflosen Nächten und viel Gezeter, sind alle wieder munter.

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April

Im April werde ich arbeitslos. Arbeitssuchend, wie es ja heißt. Ich finde beide Adjektive für mich völlig unzutreffend. Ich hätte genügend zu tun. Ich habe genügend Bücher und antike Texte, zu denen ich den Rest meines Lebens kluge Dinge sagen und schreiben könnte oder zumindest wollte. Weder bin ich -los noch -suchend. Ab dem 1. April werde ich nur nicht mehr von der Universität zu Köln dafür bezahlt. Die Gründe sind kleinkariert, ärgerlich, dumm. Die Gründe dafür sind eigentlich nur einer: Es gibt kein Geld mehr für meine Stelle. Und so bin ich ab dem 1. April geldsuchend.

Das, was mir am meisten Spaß gemacht hat, die Lehre, wird mir sehr fehlen. Andererseits werde ich von nun an nicht mehr so oft mit Menschen konfrontiert, die jünger, schöner und klüger sind als ich.

Mir wird mein Fach gar nicht so sehr fehlen, weil das, was mein Fach ausmacht, in meinem Arbeitszimmer (da, schon wieder „arbeits-„!) bleibt. Die tollsten Texte der Welt. Und ich kann sie lesen. Im Original, ohne dass ich eine Ivar-Combrinck-Gedächtnis-Übersetzung bräuchte!

Und so werde ich nur ein kleines bisschen traurig sein, wenn ich meinen Schlüssel abgebe.

Senecas Tragödien OV. #reading #clarendon

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