War was?

Dieses Wochenende war das Wetter furchtbar schlecht. Jedenfalls sagte mir mein Handy, dass es in Köln furchtbar schlecht werden würde. Irgendwann wurde dann aber das schlechte Wetter abgesagt, so dass meine schlechte Laune ganz umsonst war.

Am Ende war es ein schönes Wochenende. Ich war auf der Deepesjasser Kirmes. Das dreijährige Kind hat dabei seine Liebe zum Kölsch-Rock entdeckt („Der rote Mann hat geschreit“). Dann habe ich ein Plissee bei meiner Mutter angebracht und sämtliche sogenannten Politikmeldungen ignoriert.

Jetzt ist Montag und das Wetter ist furchtbar schlecht.

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An der Ampel lernen

Wenn man als Fußgänger in Köln an einer roten Ampel stehen bleibt, hat man sehr viel Zeit, bis es wieder grün wird. Als Vater eines Dreijährigen bleibe ich nicht nur wirklich stehen und gehe erst bei grün sondern fange als ungeduldiger Mensch und Besitzer eines Smartphones auch oft an zu lesen.

Heute las ich an der Ampel die „Kolumne für Irrelevanz“ von Felix Schwenzel. (Ich halte den Titel für eine entsetzlichen Koketterie, aber da ist meine Meinung auch völlig irrelevant.) Es ging um Bildung. Einen mir wichtigen Gedanken fand ich im dritten Absatz formuliert:

Das Problem mit Bildung ist gar nicht mal so sehr die Bildung an sich, sondern überhaupt Interesse an ihr zu entwickeln. Was mir half Bildungshunger zu entwickeln, waren Vorbilder, Menschen die mir zeigten, was man mit Bildung anfangen konnte.

In meiner Zeit an der Uni bin ich sehr  oft daran verzweifelt, wenn Bildung wie ein Ware eingefordert wurde, aber kein wirkliches Interesse an ihr bestand. Es gab zum Teil überhaupt keine Bereitschaft für die eigene Bildung etwas zu tun. Wenn man etwas nicht konnte, waren die Dozenten schuld, der Lektürekanon zu schwer und überhaupt nicht relevant. Das Problem in der Bildung ist tatsächlich, dass man sie für jeden fordern kann und muss, dass aber bei weitem nicht jeder Interesse an Bildung hat.

Tatsächlich ist die Lehrperson sehr wichtig. Das Vorbild. Ich habe viele Vorbilder gehabt, die alle eins gemeinsam hatten: Sie waren begeistert von jeweiligen Sache und konnten mich begeistern. Ok. Man kann mich schnell begeistern. Ich bin mir sicher, dass ein Züchter von Pfeilgiftfröschen mich für die Pfeilgiftfroschzucht begeistern könnte. Das ist die Grundvoraussetzung. Du kannst die besten didaktischen Mitteln einsetzen, Medieneinsatz vom Feinsten, Internetseite, Pi, Pa und Po, aber wenn du selbst keine Lust hast, kannst du niemals Lust erzeugen.

Und dann gibt es noch die Nicht-Interessierbaren. Ich bin der festen Überzeugung, dass es sie gibt. Es liegt nicht immer am Scheitern der Person, die den Input liefert. Es gibt immer ein Grüppchen, dass nur versorgt werden will. Wenn überhaupt. „Ich habe keine Literatur gefunden“ – „Ist das für die Prüfung wichtig?“ – „In den letzten beiden Sitzung kann ich nicht kommen, ich habe ja noch nicht gefehlt.“ – „Mir hat keiner gesagt, dass…“ Und so weiter und so fort.

Wichtig ist: Seid begeistert und begeisternd. Wenn ihr es nicht seid, fragt euch, warum. Und zieht die Konsequenzen.

Wenn ihr kein Interesse an Bildung habt, macht bitte denen Platz, die welches haben. Und seid dann auch so ehrlich und gebt zu, dass ihr keinen Bock hattet, und schiebt es nicht auf die Umstände.