Parken & Recreation

Ich arbeite an der Uni Köln, habe ein Auto und fahre mit diesem manchmal zur Arbeit. Aber auch nur sehr manchmal. Meine Frau nutzt den Wagen nämlich immer, weil ihr Arbeitsplatz wer weiß wo liegt (Kennt jemand dieses Leverkusen, von dem sie immer erzählt?).

Vor einiger Zeit entschloss sich die Uni, Geld für ihre Parkplätze zu nehmen, was mir die kostenlose Parkmöglichkeit in der Tiefgarage des Philosophikums, aber voll allem auf dem großen Parkplatz vor dem Unicenter (für Ortsunkundige: nicht so wichtig.) genommen hat. Der monatliche Preis für die weitere Nutzung war dann sehr moderat, rechnete sich aber für mich, der ich wie gesagt nur 1–3 Mal im Monat mit dem Auto zur Arbeit fahre, nicht wirklich.

Jetzt kam die Uni auf die wirklich tolle Idee, für Leute wie mich eine Art Prepaidkarte einzurichten. Zur Begrüßung gab es ein Kontingent von 10 Parktagen umsonst.

Das bedeutet bei meiner Parkhäufigkeit, dass ich mindestens ein halbes Jahr keine Parkgebühr zahlen muss. Folgendes Problem: Man hat eine elektronische Karte, die man an ein Dings hält, damit die Schranke sich öffnet, ohne dass einem mitgeteilt wird, der wievielte Parkvorgang das nun ist. Kleine Rechenaufgabe: Wann verliert jemand, der nur ein-, zweimal im Monat parkt, den Überblick und gerät in Panik, dass die 10er-Karte vollkommen aufgebraucht ist? Richtig. Beim sechsten Mal.

Woher ich das weiß? Ganz einfach: Als nach dem sechsten Mal Karte ans Dings Halten für mich wider Erwarten die Schranke hoch gegangen und ich erleichtert aus dem geparkten Wagen ausgestiegen war, guckte ich auf mein Smartphone und sah als Pushmitteilung die Email vom Parkbewirtschaftungsmanagement mit dem Hinweis, dass ich nur noch vier weitere Parktage hätte und langsam an das Überweisen für weitere Parktage denke solle. Toll!

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Zweite Rechenaufgabe: Wie lange braucht jemand, der nur sehr selten mit dem Auto zur Arbeit fährt, das zu vergessen? Keine Ahnung. Das geht ziemlich schnell, würde ich sagen. Aber ganz offensichtlich bekomme ich jedes Mal eine Email. Heute kam nämlich die Information, dass ich nur noch 3 Tage frei habe.

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Dass ich keine Angst haben muss, einmal vor der verschlossenen Schranke zu stehen und die fünf bis sechs plötzlich aus dem Nichts aufgetauchten, hinter mir wutschnaubend wartenden Autofahrer bitten muss, mich wieder herauszulassen, das finde ich doch enorm entspannend.

(Nicht ganz klar ist mir, warum ich die Karte von außen sichtbar aufs Amaturenbrett legen muss. Bei der Hitze ist die Karte ordentlich verbogen.)

Übrigens

habe ich dieses Foto am 5. April 2008 in Berlin-Neukölln geschossen. Um 10.23 Uhr. Gegen 11 Uhr habe ich dann meine bisher letzte Zigarette geraucht. Als ich das Foto (mit meiner Digitalkamera) aufgenommen habe, war ich noch Raucher, der in Neukölln gewohnt hat.

  

Die tote Winkekatze

Heute morgen wachte ich aus einem Traum auf: Ich saß im Gefängnis, weil ich eine tote Winkekatze im Vorgarten von Sigmar Gabriel vergraben hatte. Schuld an diesem Traum waren folgende Artikel, die ich zur Lektüre dringend empfehlen möchte. Traumerfahrungen dann bitte in die Kommentare.

Die Aktion des Zentrums für Politische Schönheit verselbständigt sich.

Da Sigmar Gabriels Aufgepluster (er nennt das politische Betätigung) Früchte gezeigt hat, stimmt die SPD für die Vorratsdatenspeicherung.

Sascha Lobo zerpflückt einen Tweet eines mir bis dahin unbekannten SPD-SpitzenLandespolitikers.

Johnny Haeusler tut das auch, fordert Radikalität und schließt den Kreis zum Zentrum für Politische Schönheit, das ja wohl das Gegenteil von Sigmar Gabriel ist,

obwohl es sich vielleicht ein wenig zu Recht Eitelkeit vorwerfen lassen muss.

À propos SPD, gibt es schon das Hashtag #dieidiotenkommen?

Reis

Wenn der Zweijährige vollständige Sätze bildet, freut sich das stolze Vaterherz. „Papa, ich möchte diesen Reis nicht essen.“ – Vielleicht freut sich das stolze Vaterherz nicht über jeden vollständigen Satz in gleicher Weise.

Dass er dann aber vom Risotto drei Portionen weggespachtelt hat, hat mich wieder sehr gefreut.